Sonntag, 5. September 2010

Drunken Taxi-Drivers

Hey hey,

so, nun ist die erste Woche fast vorbei und ich kann sagen, dass ich mich im Wohnheim halbwegs gut eingelebt hab. Es gibt zwar viele Studenten, die zu zweit ein doppelt so großes Zimmer haben wie Karolina und ich, aber -zumindest noch- stört mich die Größe nicht. Ich glaube, ich finde es sogar gut -zumindest noch- nicht alleine zu wohnen, bzw. ein Zimmer für mich allein zu haben. So ist immer jemand da, dem man etwas sagen kann, wenn einem irgendein Blödsinn oder was auch immer einfällt. 
Mittlerweile hab ich auch herausgefunden wie das hier mit dem Wäsche waschen funktioniert. Arroganterweise dachte ich, dass man die Wäsche einfach abgeben kann und sie frisch und gebügelt zurückbekommt. Falsch gedacht. Es gibt eine Waschmaschine, die für das ganze Haus herhalten muss und einen Terminplan, in welchem Waschtage für das jeweilige Zimmer eingetragen sind. Ja, so funktioniert das.
Gestern Abend war ich auf der ERASMUS-Welcomeparty. Der Club war ganz nett, "Tarantino" heißt er. Alles nach dem Motto -wer hätte das gedacht- Quentin-Tarantino; Pulp Fiction- und Inglorious Bastards-Filmplakate, KILL BILL-Cocktails. Studenten aus aller Welt und wirklich aus aller Welt. Verschiedene Kulturen wo man nur hinsieht. Die eher verschlossen angezogenen Asiaten, eher leger gekleideten Deutschen und Franzosen die schick aussehenden Italiener, die unglaublich gut gekleideten Litauerinnen ja und teilweise overdressed Mädchen mit 15cm-Schuh-Absätzen, Shorts bei denen der Hintern rausguckt (und es ist verdammt kalt!) und ein Stückchen Stoff, der den Oberkörper bedeckt. Aber das gibts ja überall. Da wollte ich dann typisch litauisches Bier probieren und was bekomme ich? Bier aus Kopenhagen, Dänemark. Irgendwann fand ich dann doch das litauische Bier und naja, ich hab soviel Gutes darüber gehört, aber es war nicht besonders gut. Mir wurde jedoch auch gesagt, dass es nicht das beste Bier hier sein soll, es soll noch besseres litauisches Bier geben- we´ll see. 



Ja...die Sache mit dem Englisch-Denglisch-Sprachen-Mix: Es ist echt gar nicht so leicht dauernd die Sprache von Deutsch nach Englisch zu switchen. Manchmal rede ich mit Leuten in der Küche auf Englisch, komme zurück ins Zimmer und fange an meiner polnischen Mitbewohnerin, die  "nur" Russisch, Deutsch und Polnisch spricht etwas auf Englisch zu erzählen. Anderseits hab ich letztens zu einem Südkoreaner in Küche irgendwas auf Deutsch gesagt. Wiederum andererseits redet man ja auch mit Deutschen Englisch, um andere nicht auszuschließen. Aber es ist echt toll, Englisch mal so richtig anzuwenden, die Sprache, die ich seit Jahren lerne endlich mal zum Leben zu erwecken.
Noch eine nicht so tolle Erfahrung: Als wir gestern mit dem Taxi zurück ins Wohnheim gefahren sind, hat uns der Taxifahrer ziemlich veräppelt. Er ist einen Riesenbogen gefahren, hat gelallt und man konnte sich nicht einmal anschnallen. Es waren zwar die Gurte vorhanden, aber nix, wo man sie hätte reinstecken können. Nicht einmal der Taxifahrer war angeschnallt. Meine Mitbewohnerin hat ihm dann noch Feuer unterm hintern gemacht, aber naja, es hat nichts gebracht. Wir musste viel mehr zahlen, als eigentlich vorgesehen ist. Da kann man nichts machen.
Ansonsten ist heut an diesem Sonntag eigentlich nur chillen angesagt. Ich werd gleich mal in den MAXIMA-Markt  (das ist hier so die Haupteinkaufskette, bei der es alles, wirklich alles von Socken bis Schreibblöcken über frisches Brot gibt) gehen. Die Märkte, zumindest einige, sollen hier 7 Tage die Woche, 24h am Tag offen haben, mal sehen, ob das stimmt.
Morgen ist das Koordinatoren-Treffen der Fakultäten angesagt, dort werden noch Termine für Kurse bekannt gegeben, da werd ich dann meinen Stundenplan erfahren.
Ansonsten hab ich mich ein bisschen häuslich eingerichtet


Ich denk an Euch,
bis ganz bald !

Freitag, 3. September 2010

Rainy days

Labas diena (Guten Tag),

As esu is Vokietijos, is Berlyno. - Ich komme aus Deutschland, Berlin.  Ja, ich hatte gestern meinen ersten Litauisch-Kurs. Es war ein Horror den Raum zu finden und ich war so glücklich, als ich endlich drin saß. Die letzten Tage sind ziemlich schnell vergangen. Gestern hab ich meinen Internationalen Studentenausweis gemacht, jetzt kann ich endlich preiswert Bus fahren :). Es hat gestern den ganzen Tag in Strömen geregnet und meiner Meinung nach fahren die Autofahrer hier extra in besonders große Wasserlachen, um die Fußgänger nasszuspritzen. Jedenfalls konnte ich meine Turnschuhe heute morgen erstmal fönen. Werd mir demnächst mal ein paar Gummistiefel zulegen, die hier sowieso der absolute Trend sind - in allen Farben. 
Gestern hab ich das erste Mal etwas typisch Litauisches gegessen, nachdem es an den Tagen davor nur Pizza, McDoof und Chinesisch gab. Ich hab eine Art Knödel, gefüllt mit Hackfleisch gegessen. Es sah wenig aus, hatte es aber an sich ! Aber an sich ganz lecker, wenn auch sehr sehr deftig.
Ansonsten gehts heute noch ins Genozid-Museum - keine Ahnung warum dort hin. Warum nicht ins Nationalmuseum? 
Und jetzt ist erstmal Hausaufgaben machen für den Litauisch-Kurs angesagt...
Jetzt kommt die Sonne raus, juhu :)
Bis bald

Mittwoch, 1. September 2010

Meine ersten Eindrücke





Hallo meine Lieben und Liebsten,

endlich hab ich Internet! Am 30. August bin ich heil und gut in Litauen angekommen. Der Flug von Berlin-Schönefeld nach Kaunas Airport (ca. 100km von der Hauptstadt Vilnius entfernt) dauerte - ich konnte es kaum glauben - nur eine Stunde. Als ich landete, fragte ich mich sowieso wo denn da die Landebahn ist, da es ein sehr sehr kleiner, damit aber auch übersichtlicher Flughafen ist. Das Positive daran war, dass das Gepäck binnen weniger Minuten da war und auch sonst alles sehr übersichtlich war. Mit dem Bus bin ich dann erst in die City von Kaunas und von dort aus weiter nach Vilnius. Die Menschen waren alle sehr hilfsbereit und auch wenn sie kein Englisch konnten, versuchten sie mir mit Händen und Füßen zu antworten.
Einen Schock habe ich bis jetzt nicht erlitten- keine heruntergekommenen Straßen, nichts dergleichen. Ganz im Gegenteil. In Vilnius traf ich mich dann gegen Mittag mit meiner Mentorin, welche total nett ist. Wir fuhren mit dem Taxi in mein Wohnheim, welches ca. 10 Minuten Busfahrt vom Zentrum entfernt ist. Dort musste ich das erste Mal schlucken, als ich mein Zimmer betrat, da es für zwei Personen wirklich sehr klein ist. Es ist ungefähr so groß wie mein "Arbeits"-Zimmer Zuhause. Dagegen fand meine Mentorin mein Zimmer richtig toll. Ihr Wohnheim scheint gegen meines eine regelrechte Absteige zu sein. Die ERASMUS-Studenten sind tausend Mal besser untergebracht als die litauischen Studenten, welche sich teilweise ein kleineres Zimmer als ich es habe zu dritt teilen. 
Nachdem ich meine Sachen dann im Wohnheim abgestellt habe, sind wir wieder in das Stadtzentrum gefahren, wo ich mich in der Uni für die Unterkunft registriert habe und bei der Bank (dort zieht man Nummern) nach 1 1/2 Stunden warten die Kaution überwiesen hab.
Als ich beim International Office gefragt wurde, woher ich komme und Germany antwortete, war die erste Frage: East or West? - find ich ganz interessant, dass immer, wenn von Deutschland die Rede ist, das Thema irgendwie auf die Mauer gelenkt wird.
Ansonsten habe ich am Tag der Ankunft auch das erste Mal die Stadt gesehen, bzw. die Altstadt, welche wirklich traumhaft schön ist. Man könnte sie wirklich "kleines Rom" nennen, überall sind Säulen, kleine verschnörkelte Häuser mit unendlich viel Stuck, viele enge Gassen mit kleinen Cafés und Restaurants. 
Später, es dämmerte bereits,fand ich mit meiner Mentorin nach langer Suche die Busstation mit dem Bus zurück zu meinem Wohnheim und fuhr dann alleine. Die meisten Busse sind übrigens alte, deutsche Busse, teilweise ist die Anzeige "Wagen hält" noch da. Ich bin natürlich an der falschen Haltestelle ausgestiegen, beladen mit Einkäufen. Ich fragte dann irgendeine ältere Frau nach der Straße, in der mein Wohnheim liegt, aber sie lief nur weiter, ignorierte mich und nach dem 4. "Excuse me", lief sie sogar schneller. Da bekam ich das erste Mal ein mulmiges Gefühl. Aber zum Glück fand ich noch jemanden, der mir sagte, wo ich hin musste.
Die erste Nacht in meinem Zimmer hab ich allein verbracht. Es war aber okay, ich fühlte mich sicher, da sogar Gitterstäbe vor den Fenstern sind :). Eine Toilette, Dusche, Waschbecken hab ich direkt neben meinem Zimmer und muss es mir voraussichtlich mit 3 Leuten teilen, was echt in Ordnung ist. Man kann alles abschließen. Also nix mit Gemeinschaftsduschen oder so...ein Glück. Die Küche ist auch ein paar Türen weiter, dort hat jedes Zimmer ein Fach für Teller, Becher etc. und es stehen Kühlschränke dort, wo man einfach sein Zeugs reinstellen kann.

Gestern hab ich mich dann alleine auf eine kleine Erkundungstour durch die Stadt gemacht. Ich hab einige Fotos mit meiner tollen neuen Kamera geschossen - danke nochmal @ Mama und Ulrike. Gegessen hab ich bei McDoof :D. Es war tolles Wetter gestern, die Sonne schien, im Gegensatz zu heute, nur Regen.

Gestern Abend ist dann auch meine Mitbewohnerin Karolina angekommen, eine Polin, die Deutsch studiert. Sie spricht ziemlich gut Deutsch, aber ich soll sie immer korrigieren ;), damit sie besser wird.
Heute morgen Morgen sagte sie zu mir "Du sprichst in Schlaf" - das war so peinlich...ich hoffe, ich bin die nächsten Nächte ruhig !

Ansonsten sind hier alle Nationalitäten vertreten, Polen, Singapur, Italien, Spanien, Lettland und gegenüber von mir wohnt ein Deutscher. Mit meinem Englisch komme ich soweit zurecht, was ich nicht gedacht hätte. 

Heute war dann der große Empfang der ERASMUS-Studenten an der Uni mit Reden, Infos über Sicherheit und Erste-Hilfe etc. . Danach gab es eine kleine Führung durch die Bibliothek und am Nachmittag eine riesige Parade, eine Art Umzug für die ERASMUS-Studenten. Es waren verdammt viele Leute da, aus allen Ländern Europas. 

Hier ein paar Bilder meiner ersten Eindrücke

Mein Zimmer




Die Küche, eigentlich ganz nett


Meine Vorratskammer








Mein Wohnheim von außen




Nationalmuseum
Die Straße vor meinem Wohnheim
Einer, der vielen Parks / Grünflächen in Vilnius
Kirchturm
Die große Kathedrale
Zufällig wurde ich Zeugin eines Militärorchesters
Der Fluss, der mitten durch Vilnius fließt, aber dessen Name mir entfallen ist
Die Burg
"As tave Myliu" bedeutet "Ich liebe Dich"
Was ist das für ein Vogel??? Die sind hier überall in Scharen..es sind keine Krähen, aber auch keine Elstern. Weiß jmd., was für einer das ist?
"Ich dich auch"
Das Präsidentenhaus
Das zentrale Gebäude meiner Uni
Innenhof meiner Uni
Die "Erasmus"-Parade
Uni-Bibliothek



Morgen geht mein Litauisch-Crashkurs los, ich bin gespannt.  
Ich denk ganz doll an Euch !